Gynäkozytologie

Untersuchungsangebot

Es werden konventionelle Abstriche und Material für Dünnschichtzytologie (ThinPrep® PAP Test) untersucht. Weiterhin führen wir ergänzende Untersuchungen zum Nachweis von humanen Papillomaviren (HPV) und Chlamydien am Abstrichmaterial durch. 

 

Gern stellen wir Ihnen das Material für die Abstrichentnahme, Einsendegefässe und Versandmaterial zur Verfügung.  

 

Diagnostische Einteilung der Befunde

Die Diagnostik basiert auf den unten aufgelisteten PAP-Klassen. Zusätzlich geben wir die entsprechende Dysplasie-Gradierung, die CIN-Einteilung sowie die Bethesda-Nomenklatur (2. Auflage, 2003) an. Spezielle Befunde werden im Klartext mit­geteilt und wenn nötig in einem Kommentar erläutert.

PAP-Klassifikation

PAP-KlasseZytologischer Befund
INormales Zellbild, altersentsprechend
IIAbstriche mit gutartigen Veränderungen, degenerative oder reaktive Zellveränderungen, ausgeprägte Metaplasie, Mischflora, Gardnerella, Pilze, Trichomonaden und/oder mässig viele Entzündungszellen. Endometriale Zellen ohne Atypien bei unter 40-jährigen Frauen (im ganzen Zyklusbereich)
IIw Abstriche mit  Zellveränderungen, die sich nicht definitiv einstufen lassen:
  • entzündliche Abstriche mit schweren degenerativen und reaktiven Zellveränderungen 
  • atrophisch-autolytische Abstriche mit Zelldegeneration
  • endometriale Zellen ohne Atypien in der zweiten Zyklushälfte bei über 40-jährigen Frauen oder postmeno­pausal


IIIHPV-induzierte Zellveränderungen, Zellen einer Dysplasie leichten bis mässigen Grades, nicht eindeutig klassierbare dysplastische Zell­veränderungen, atypische glanduläre Zellen (endozervikal oder endometrial)
IVZellen einer schweren Dysplasie oder eines Carcinoma in situ; Abstriche in denen eine Mikroinvasion oder Invasion nicht ausgeschlossen werden kann
VZellen eines invasiven Zervixkarzinoms oder einer anderen malignen Neoplasie

Bethesda-Nomenklatur (2. Auflage, 2003)

Kategorie
ASC-USatypical squamous cells of undetermined significance

Nicht eindeutig klassifizierbare plattenepitheliale Zellveränderungen

ASC-Hatypical squamous cells of undetermined significance, cannot rule out HSIL

Nicht eindeutig klassifizierbare plattenepitheliale Zellveränderungen, höhergradige Dysplasie nicht auszuschliessen

AGCatypical glandular cells

Nicht eindeutig klassifizierbare glanduläre Zellveränderungen

LSILlow grade squamous intraepithelial lesion:

entsprechend leichte Dysplasie, CIN 1

HSILhigh grade squamous intraepithelial lesion

entsprechend mittelschwere, schwere Dysplasie, Carcinoma in situ, CIN 2 und CIN 3

Um einen Vergleich zu erleichtern sind die diagnostischen Kategorien der verschiedenen Klassifikationen nachfolgend zusammen dargestellt:

Vergleich der gynäkozytologischen Klassifikationen

 

PAPWHOCINBethesda
INormalNormalNormal
IIReaktivReaktivReaktiv
IIwAtypische Zellen, Low gradeAtypische Zellen, Low gradeASC-US, AGC
III

Atypische Plattenepithelzellen,

High grade

Atypische Plattenepithelzellen,

High grade

ASC-H
IIIAtypische glanuläre ZellenAtypische glanuläre ZellenAGC
IIILeichte DysplasieCIN 1LSIL
IIIMässige DysplasieCIN 2HSIL
IVSchwere DysplasieCIN 3HSIL
IVCarcinoma in situ

CIN 3

HSIL
VKarzinom,

anderes Malignom 

Karzinom,

anderes Malignom 

Karzinom,

anderes Malignom 

HPV-Nachweis/Typisierung

Der Nachweis von humanen Papillomaviren erfolgt mittels Chemiluminiszenz-Methode oder mittels PCR mit nachfolgender Virusgenotypisierung. Der HPV-Nachweis kann meistens an dem für die gynäkozytologische Diagnostik entnommenen Zellmaterial (ThinPrep® Material, konventioneller Abstrich: nur PCR) durchgeführt werden. Alternativ kann Zellmaterial für den HPV-Nachweis in Digene®-Medium eingesandt werden. Entsprechende Einsendegefässe stellen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Chlamydien-Nachweis

Der Nachweis von Chlamydia trachomatis erfolgt mittels Chemiluminiszenz-Methode. Der Chlamydien-Nachweis kann meistens an dem für die gynäkozytologische Diagnostik entnommenen Zellmaterial (ThinPrep® Material) durchgeführt werden. Alternativ kann Zellmaterial für den Chlamydien-Nachweis in Digene®-Medium eingesandt werden. Entsprechende Einsendegefässe stellen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Kontakt

Dr. med. René Schönegg

Telefon  +41 71 494 2120

Fax  +41 71 494 2894

Email: rene.schoenegg@kssg.ch

 

Institut für Pathologie

Zytopathologie

Rorschacher Strasse 95

CH-9007 St.Gallen

Telefon  +41 71 494 3070

Fax  +41 71 494 6355

Email:  zytopathologie@kssg.ch